Die 7 größten Mythen über die Trauer um Haustiere -Und warum deine Gefühle völlig normal sind!
- Sonja Störmer - Trauer um mein Tier

- 8. Sept.
- 8 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 9. Okt.

„Es war doch nur ein Hund…“ oder „ Die Tierheime sind doch voll, warum holst du dir nicht einfach eine neue Katze?“ - Hast so einen Satz auch schon einmal gehört?
Für viele Trauernde sind solche Reaktionen wie ein Schlag ins Gesicht. Denn wer ein geliebtes Tier verloren hat, weiß: Die Trauer ist tief, schmerzhaft und absolut real.
INHALT
Noch immer gibt es viele Mythen rund um die Trauer um unsere Hunde, Katzen, Pferde oder andere geliebte Tiere – Missverständnisse, die Betroffenen zusätzlich wehtun und die Verarbeitung der Trauer schwerer machen.
In diesem Artikel zeige ich dir, welche Mythen und Vorurteile besonders verbreitet sind – und warum sie schlicht nicht stimmen.
Dazu teile ich Geschichten aus meiner Trauerbegleitung und konkrete Beispiele und Tipps, wie du dich in so einer Situation effektiv schützen kannst.

Mythos 1: „Es war doch nur ein Tier“ – warum Trauer um Hund oder Katze so weh tut
Haustiere sind keine Gegenstände. Sie sind engste Begleiter, beste Freunde, Familienmitglieder.
Sie schenken uns bedingungslose Liebe und sind wirklich immer für uns da. Begleiten uns durch lange Jahre voller Höhe- und Tiefpunkte, durch Umzüge, Jobwechsel, Trennungen, Scheidungen.
Die Bindung ist unheimlich tief. Unheimlich liebevoll. Und genau deshalb ist der Verlust so schmerzhaft.
Das ist nicht komisch -wie es einem oft vermittelt wird-, sondern tatsächlich logisch!
Zitat aus der Trauerbegleitung:
„Mein Hund war mein engster Vertrauter. Niemand hat mich so verstanden wie er.“
Viele Betroffene erzählen mir in der Trauerbegleitung, dass sie ihr Tier wie ein Familienmitglied empfanden – manchmal auch als den allerengsten Vertrauten.
Ein Hund, der dich jahrelang jeden Morgen liebevoll begrüßt hat, ist so viel mehr als ein „Haustier“. Eine Katze, die sich jeden Abend zu dir ins Bett kuschelt, ebenso. Dein Schmerz zeigt also nur eins: die Größe deiner Liebe.
Deine Trauer ist genauso berechtigt wie jede andere Trauer auch.

Mythos 2: „Du kannst dir doch einfach ein neues Tier holen“
Ein Tier ist unersetzbar.
Jedes hat seine eigene Persönlichkeit, seine Macken, seine Geschichte. Ihr habt durch all eure gemeinsamen Erlebnisse eine ganz individuelle Verbindung und tiefes Vertrauen geschaffen.
Ein neues Tier kann niemals das vorherige „ersetzen“. Es kann ein neuer Gefährte sein – aber niemals derselbe. Deine Liebe und Verbindung zu deinem verstorbenen Tier bleibt einzigartig.
Wichtig zu wissen:
Ein neues Tier ist niemals ein Ersatz, sondern ein neues Kapitel. Nur du entscheidest, wann du bereit bist, es aufzuschlagen. Wann du bereit bist, ein neues Lebewesen mit seinem ganz eigenen Charakter, seinen ganz eigenen Stärken und ganz eigenen Macken, liebevoll aufzunehmen.
Viele Klienten erzählen mir, dass sie beim Gedanken an ein neues Tier sofort Schuldgefühle haben: „Verrate ich damit meinen verstorbenen Hund?“ oder „Würde meine Katze denken, dass ich sie ersetze?“
Auch diese Gedanken sind völlig normal. Es kann aber eine wunderschöne Entscheidung sein, zum richtigen Zeitpunkt wieder ein neues Tier in sein Leben zu holen und sein Herz zu öffnen.
Lies auch hier mehr dazu: Hund gestorben: Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen neuen Hund? 5 Tipps & Entscheidungshilfe

Mythos 3: „Du übertreibst – so schlimm kann die Trauer um dein Tier doch nicht sein“
Trauer kennt keine Messlatte. Was für Außenstehende „klein“ wirken mag, kann für dich die Welt bedeuten.
Dein Tier war Teil deines Alltags, deiner Routinen, deines Herzens. Der Schmerz darüber ist real und darf Raum haben.
Beispiel aus meiner Trauerbegleitung:
„Der Tod meiner Katze war für mich schlimmer als der Verlust meines Vaters vor einigen Jahren– einfach auch, weil sie mich täglich begleitet hat. Mit meinem Vater hatte ich keine enge Bindung.“
Besonders verletzend ist es, wenn Menschen deine gezielt Gefühle abwerten: „Andere verlieren Kinder, reiß dich mal zusammen!“ Solche Vergleiche sind nicht nur unsensibel, sondern schlicht unfair.
Denn: Jeder Verlust ist einzigartig, und Leid lässt sich nicht gegeneinander aufwiegen. Wozu auch?
Erlaube dir, deine Gefühle ernst zu nehmen – auch wenn andere es nicht können. Und sei sanft mit dir selbst.
Du wünschst dir aufrichtiges Verständnis und lebenspraktische Hilfe in deiner Trauer? Melde dich gern bei mir:
Mythos 4: „Nach ein paar Wochen musst du wieder funktionieren“
Trauer hat kein Ablaufdatum. Für manche wird der Schmerz nach Wochen leichter, für andere dauert es Monate oder Jahre.
Jeder Mensch trauert anders. Und auch unterschiedlich lang.
Es gibt halt einfach keinen Zeitplan, und niemand darf dir vorschreiben, wie lange deine Trauer dauern „darf“.
Eine Klientin erzählte mir einmal, dass sie sich nach drei Monaten immer noch völlig leer fühlte – und dann von einer Freundin hörte: „Jetzt reicht’s aber langsam.“ Sie begann, an sich zu zweifeln.
Erst im Verlauf der Trauerbegleitung verstand sie (und zwar nicht nur mit dem Kopf, sondern richtig vom Gefühl her): Trauer folgt keinem festen Schema.
Heilung geschieht in deinem Tempo, nicht nach den Vorstellungen anderer. Halte dir das immer wieder vor Augen.

Mythos 5: „Man darf um ein Tier nicht so trauern wie um einen Menschen“
Doch. Darf man!
Noch immer wird Trauer um Tiere gesellschaftlich oft abgewertet. Doch Liebe macht keinen Unterschied zwischen Mensch und Tier.
Viele berichten sogar, dass der Tod ihres Hundes oder ihrer Katze sie tiefer erschüttert hat als mancher menschliche Verlust.
Warum? Weil Tiere uns oft auf eine ganz besondere Weise nahe sind. Sie verurteilen uns nicht. Sie sind einfach da.
Sie geben uns Geborgenheit, Trost und Liebe – bedingungslos. Diese Reinheit und damit Tiefe der Verbindung macht den Verlust oft so schmerzhaft.
Und genau deshalb darf deine Trauer genauso intensiv sein wie jede andere.
Mythos 6: „Du solltest dein Tier jetzt endlich loslassen“
Ich sage dir: Du musst nicht loslassen. Du musst nur einen neuen Weg finden, mit deiner Liebe umzugehen.
Denn die Liebe geht ja nicht einfach so weg – und das ist auch gut so!
Erinnerungen dürfen bleiben, dein Tier darf in deinem Herzen weiterleben.
Heilsame Rituale:
· Einen Gedenkort im Garten schaffen
· Ein Fotoalbum oder eine Erinnerungsbox erstellen
· Einen Brief an dein Tier schreiben
Viele Trauernde berichten, dass Rituale ihnen helfen: ein Gedenkort im Garten, ein Fotoalbum, ein Brief an das verstorbene Tier. All das hält die Erinnerung und die Verbindung lebendig – und das ist nichts, wofür man sich schämen müsste.
Im Gegenteil: Diese Rituale sind liebevolle Brücken, die dich mit deinem Tier verbinden.

Mythos 7: „Deine Trauer ist unnormal, wenn du noch nach Jahren traurig bist“
Es gibt Menschen, die auch nach Jahren Tränen in den Augen haben, wenn sie von ihrem verstorbenen Hund oder ihrer Katze sprechen.
Und weißt du was? Das ist völlig normal. Manche Wunden heilen nicht „vollständig“ – sie werden Teil unserer Geschichte.
Auch wenn der Schmerz mit der Zeit weniger scharf wird, der Verlust bleibt bestehen. Die Liebe auch.
Und manchmal zeigt sie sich in Tränen, auch nach vielen Jahren.
Wie du mit verletzenden Kommentaren umgehen kannst
Sätze wie „Es war doch nur ein Hund.“ oder „Hol dir doch einfach einen Neuen!“ sind unglaublich verletzend und oft Ausdruck von Unwissenheit.
Wichtig ist: Deine Trauer gehört dir. Sie ist etwas ganz Persönliches. Du musst dich nicht rechtfertigen.
Suche dir Menschen, die Verständnis haben – andere Tiereltern in deinem Umfeld, andere Betroffene in meiner Trauergruppe oder enge Freunde.
Und: Erlaube dir, Grenzen zu setzen, wenn Kommentare dir nicht guttun!
Antwort-Ideen:
„Danke, aber für mich ist das gerade sehr schwer.“
„Mein Tier war ein Teil meiner Familie – bitte respektiere das.“
Manchmal reicht ein klarer Satz, um zu signalisieren: Hier ist eine Grenze.

Fazit: Deine Trauer ist richtig – genau so, wie sie ist
Die Trauer um dein Tier ist keine Übertreibung.
Sie ist ein Zeichen der Liebe.
Lass dir nichts anderes einreden. Du darfst fühlen, weinen, erinnern – so lange und so intensiv, wie es für dich richtig ist.
Und -ganz wichtig- du darfst gleichzeitig darauf vertrauen: Mit der Zeit wird der Schmerz leichter. Und: Die Liebe bleibt. Und diese Liebe zu deinem Tier darfst du auch weiterhin zelebrieren.
Trauer ist ein Prozess, und du gehst ihn in deinem Tempo. Dein Tier wird immer Teil deiner Geschichte sein – und in deinem Herzen weiterleben. 💛
Deine


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FAQ – Häufige Fragen über Trauer um Haustiere
Wie lange trauert man um einen Hund oder eine Katze?
So lange, wie du es brauchst. Für manche wird der Schmerz nach einigen Wochen leichter, für andere dauert es Monate oder Jahre. Es gibt erstmal kein „zu lange“.
Warum tut die Trauer um ein Tier so weh?
Haustiere sind Familienmitglieder. Sie schenken dir bedingungslose Liebe, strukturieren deinen Alltag und geben dir Halt. Wenn sie sterben, bricht nicht nur eine Routine weg – sondern ein ganzes Stück Herz.
Ist es übertrieben, wenn ich um mein Tier mehr trauere als um manche Menschen?
Nein. Viele berichten, dass die Trauer um ihr Tier tiefer war als mancher menschliche Verlust. Tiere lieben uns ohne Bedingungen – das macht die Verbindung einzigartig.
Was antworte ich, wenn jemand sagt: „Es war doch nur ein Tier“?
Dieser Satz verletzt, weil er deine Trauer abwertet. Du könntest sagen: „Für mich war mein Tier ein Familienmitglied. Bitte respektiere das.“
Kann ein neues Haustier den Schmerz lindern?
Ein neues Tier ersetzt dein verstorbenes niemals. Es kann ein neues Kapitel eröffnen – wenn du bereit bist. Warte, bis sich der Gedanke an ein neues Tier nach Freude und nicht nach Druck anfühlt.
Darf ich nach dem Tod meines Tieres noch traurig sein, auch wenn es schon Jahre her ist?
Ja! Manche Wunden bleiben. Oft wird der Schmerz leiser, aber er verschwindet nicht vollständig. Auch Jahre später sind Tränen normal.
Ist es komisch, wenn ich noch mit meinem verstorbenen Hund oder meiner Katze rede?
Überhaupt nicht! Viele Menschen reden weiterhin mit ihrem Tier, schreiben Briefe oder richten Rituale ein. Deine Art zu trauern ist richtig, wenn sie sich für dich stimmig anfühlt.
Was kann ich tun, wenn ich mich ständig schuldig fühle?
Schuldgefühle sind ein häufiger Teil der Trauer. Erinner dich: Du hast aus Liebe gehandelt. Niemand kann Leben und Tod kontrollieren. Dein Tier hat deine Liebe gespürt – und das zählt.
Ist es normal, dass mein Umfeld meine Trauer nicht versteht?
Leider ja. Suche dir Menschen, die Verständnis haben – andere Tiereltern, meine Trauergruppe oder enge Freunde.
Gibt es einen richtigen Zeitpunkt für ein neues Tier nach dem Verlust?
Den gibt es nicht. Manche fühlen sich schon nach Wochen bereit, andere nach Jahren. Wichtig ist, dass dein Herz offen ist – nicht voller Schuldgefühle.
Ist es normal, körperliche Symptome der Trauer zu haben?
Ja. Viele erleben Schlafprobleme, Appetitlosigkeit oder Erschöpfung. Trauer betrifft Körper und Seele. Sorge gut für dich – und hol dir Hilfe, wenn es zu belastend wird.
Was hilft wirklich gegen den Schmerz?
Rituale wie eine Erinnerungsbox oder ein Gedenkort
Briefe an dein Tier
Austausch mit anderen Trauernden
Selbstfürsorge im Alltag
Warum ist es so schwer, loszulassen?
Weil „loslassen“ oft missverstanden wird. Es bedeutet nicht vergessen oder "auszulöschen", sondern einen neuen Umgang mit deiner Liebe zu finden.
Sollte ich professionelle Hilfe suchen, wenn die Trauer nicht nachlässt?
Ja, wenn du das Gefühl hast, dass dich die Trauer blockiert oder du in eine Depression rutschst. Hilfe annehmen ist ein Zeichen von Stärke, nicht von Schwäche.





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