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Krankschreiben lassen, nachdem Hund oder Katze gestorben ist - Geht das?

Aktualisiert: 9. Okt.

Katze und Hund liegen im Gras - ein Erinnerungsfoto nach ihrem Tod

Der Napf steht noch da. Die Leine hängt an ihrem Platz. Das Körbchen wirkt, als könnte sich gleich wieder ein kleiner, vertrauter Körper hineinkuscheln. Aber dein geliebtes Tier ist nicht mehr da. Und du? Sollst funktionieren. Arbeiten. Lächeln. So tun, als wäre nichts gewesen. Doch innerlich zerreißt es dich.


INHALT














Vielleicht fühlst du dich gerade leer, kraftlos oder wie betäubt. Vielleicht weinst du morgens unter der Dusche, weil der Alltag zu viel ist. Vielleicht starrst du auf den Bildschirm und merkst: Es geht einfach nicht.


Und du fragst dich: Darf ich mich krankschreiben lassen, wenn mein Hund oder meine Katze gestorben ist?


In diesem Artikel erfährst du:


  • ob du dich nach dem Tod deines Haustiers krank melden kannst

  • was rechtlich gilt

  • wie Ärzt:innen damit umgehen

  • und warum dein Schmerz zählt.


Hund steht draußen im Gras – Krankschreibung bei Trauer um ein Tier

Warum die Trauer um dein Haustier mehr ist als nur Traurigkeit


Der Tod deines Haustiers kann dich seelisch zutiefst erschüttern.


Nicht nur, weil ein zutiefst geliebtes Wesen fehlt, sondern weil deine ganze innere Ordnung durcheinandergerät. Dein Alltag. Deine Routinen. Dein emotionales Gleichgewicht.


Was viele unterschätzen: Trauer ist nicht nur ein Gefühl.


Sie kann sich auch körperlich äußern – durch Schlafstörungen, Herzrasen, Appetitlosigkeit, Panikattacken oder depressive Erschöpfung.


Deshalb ist es keine „Ausrede“, wenn du sagst: Ich kann gerade nicht arbeiten. Ich bin nicht arbeitsfähig. Sondern es ist eine ehrliche, ernstzunehmende Wahrheit.



Krank melden nach Tod von Hund oder Katze – ist das erlaubt?


Kurz gesagt: Ja – wenn du emotional oder psychisch nicht arbeitsfähig bist.


Was das Gesetz sagt:


·       Ein Anspruch auf Sonderurlaub besteht beim Tod eines Haustiers nicht. Der § 616 BGB gilt nur für nahe Angehörige wie Partner, Eltern oder Kinder.


·       ABER: Laut § 3 Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) hast du Anspruch auf Lohnfortzahlung bei jeder Form von Arbeitsunfähigkeit – also auch bei seelischen Belastungen.


Wenn deine Trauer dich krank macht, kannst du dich krankschreiben lassen. Ganz egal, ob dein Hund, deine Katze oder ein anderes geliebtes Haustier gestorben ist.
Katze liegt still auf einer Decke im Freien – Abschied von der Katze nehmen

Was dein Arzt oder deine Ärztin tun kann


Wenn du in einem Zustand bist, in dem du nicht mehr schlafen, denken oder deinen Alltag bewältigen kannst, wird dich dein Hausarzt ernst nehmen.


Typische Diagnosen, die in solchen Fällen gestellt werden:


·       Akute Belastungsreaktion

·       Anpassungsstörung

·       Psychische Erschöpfung

·       Depression / Trauerreaktion


Und: Auf deinem Krankenschein steht keine Diagnose. Dein Arbeitgeber sieht nur, dass du krank bist – nicht warum.


Erfahrungsbericht aus meiner Trauerbegleitung

„Ich habe drei Nächte nicht geschlafen. Ich konnte nichts essen. Ich habe mich morgens auf dem Badezimmerboden wiedergefunden, weinend und zitternd. Aber ich dachte, ich muss zur Arbeit. Erst meine Freundin hat mich zum Arzt geschleppt. Er hat mich sofort krankgeschrieben. Ohne große Diskussion. Er meinte nur: ‚Sie brauchen gerade Schutz – keine Belastung.‘ Und genau das war es.“

Deswegen gilt für dich:


·       Psychische Erschöpfung ist ein anerkannter Grund für eine Krankschreibung!


·       Auch Trauer um ein Tier kann dich so belasten, dass du nicht arbeitsfähig bist.


·       Du brauchst keine „Genehmigung“, um emotional auszusetzen.


·       Du darfst zusammenbrechen. Und du darfst Hilfe annehmen.


Was du jetzt tun kannst – Erste Schritte nach dem Verlust


  1. Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt

    Erkläre offen, wie es dir geht. Du musst dich nicht schämen oder stark stellen.


  1. Gib dir selbst die Erlaubnis, nicht zu funktionieren

    Du musst nichts leisten. Keine E-Mails beantworten. Kein „Tapfersein“ vorspielen.


  2. Plane bewusst Zeit für dich ein

    Ruhe, Rückzug, Schlaf, Spaziergänge – alles, was heilt, darf jetzt Raum bekommen.


  3. Hol dir Unterstützung

    Ob durch Gespräche mit Freunden oder auch Trauerbegleitung – du musst da nicht allein durch!





Hund schaut nachdenklich in die Ferne – Trauerbewältigung und Krankschreiben nach dem Tod eines Tieres


Umgang mit Unverständnis: „Es war doch nur ein Hund…“


Vielleicht hörst du jetzt Sätze wie:


·       „Du übertreibst.“


·       „Reiß dich zusammen.“


·       „Für sowas lässt du dich krankschreiben?“


Diese Reaktionen tun weh. Nicht, weil sie wahr wären – sondern weil sie deinen Schmerz abwerten. Aber du darfst dir sagen: Sie wissen es einfach nicht besser.


Du hast das Recht auf deine Trauer. Du hast das Recht, stillzustehen. Und du hast das Recht, dich krankzumelden.

Lies auch hier weiter:


Wie du dich auf das Arztgespräch zur Krankmeldung vorbereitest


Vielleicht hast du Hemmungen, deine Ärztin oder deinen Arzt wegen eines „Tierverlusts“ aufzusuchen.


Vielleicht schwirren dir Gedanken durch den Kopf wie:


·       „Dafür geht man doch nicht zum Arzt, oder?“


·       „Was, wenn er oder sie mich nicht ernst nimmt?“


·       „Ich will nicht übertreiben.“


Diese Zweifel sind normal. Aber sie sollen dich nicht davon abhalten, dir Hilfe zu holen.


💡 So kannst du dich vorbereiten:


·       Notiere dir vorab, wie du dich fühlst: körperlich, seelisch, im Alltag.


·       Sei ehrlich – du musst dich nicht rechtfertigen.


·       Sag offen: „Ich habe mein Haustier verloren – und ich schaffe es gerade nicht mehr.“


·       Wenn Worte fehlen: Lass dich von einer Vetrauensperson begleiten, zeig deinem Arzt diesen Artikel oder mach dir vorher ein paar Notizen und nimm diesen Zettel mit in die Sprechstunde. So hast du eine Gedankenstütze, sollte dein Kopf vor Ort wie leergefegt sein.


Wichtig: Gute Ärztinnen und Ärzte wissen, wie tief die Trauer um ein geliebtes Tier gehen kann. Sie erleben das immer wieder – du bist nicht die Erste!

Was du in deiner Trauer besser vermeidest


In der Trauer fangen viele an, sich selbst infrage zu stellen.


Besonders nach dem Tod eines Tieres entstehen schnell Gedanken wie:


·       „Ich hätte früher reagieren müssen…“


·       „Ich bin so schwach – andere würden einfach weiterarbeiten…“


·       „Ich sollte längst wieder funktionieren.“


Diese Gedanken sind verständlich – aber auch gnadenlos unfair dir selbst gegenüber.


💔 Vermeide deshalb möglichst:


·       Dich mit anderen zu vergleichen. Deine Beziehung zu deinem Tier war einzigartig – deine Trauer ist es auch.


·       Schuldgefühle zu nähren. Du hast dein Bestes getan. Tiere sterben – auch mit aller Liebe der Welt.


·       Dich zu zwingen. Nur weil „andere“ nach drei Tagen wieder im Büro sitzen, heißt das nicht, dass es für dich auch so passt.


Wenn du spürst, dass du dich nur noch überforderst oder innerlich kaputt gehst:

Stoppe. Atme. Und erlaube dir, nicht zu funktionieren.


Katze in ruhiger Wohnungsszene – innere Leere nach dem Verlust der Katze

Bei starken Schuldgefühlen lies auch hier weiter:



Schenke dir selbst Mitgefühl


Wenn dein geliebtes Tier gestorben ist, hast du nicht nur einen Gefährten verloren – sondern auch Halt, Routine, Sicherheit.


Dass dich das aus der Bahn wirft, ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Ausdruck deiner Liebe.


Und deshalb sage ich es dir nochmal ganz klar: Du darfst dich krankschreiben lassen. Du darfst dich schützen. Du darfst trauern – auch, wenn „nur“ dein Tier gestorben ist.


💛 Wenn du jemanden zum Reden brauchst und dir Unterstützung wünschst: Ich bin für dich da. In meiner Trauerbegleitung finden deine Gefühle einen sicheren Raum.




Wann du dir professionelle Hilfe holen solltest


Wenn du das Gefühl hast, dass:


·       du seit Tagen nicht mehr isst oder schläfst

·       du nur noch weinst und nicht mehr aus dem Haus willst

·       du denkst, du wirst nie wieder Freude empfinden


... dann ist es absolut sinnvoll, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Ob Trauerbegleitung, Therapeut*in oder Selbsthilfegruppe – du bist nicht allein.


Hier geht's zur wöchentlichen Trauergruppe:




Fazit


Deine Trauer ist echt. Dein Schmerz ist tief. Und du darfst dich schützen.


Du brauchst keine Rechtfertigung. Keinen „richtigen“ Grund. Dein Schmerz ist legitim. Es reicht, dass dein Herz gerade nicht mehr kann.


Wenn dein Hund oder deine Katze gestorben ist und du spürst, dass du innerlich zusammenbrichst – dann ist das Grund genug.


Du darfst dich krank melden. Auch, wenn andere es nicht verstehen.


Ich wünsche dir ganz viel Kraft auf deinem Weg und den Mut, für dich einzustehen.


Deine

Signatur von Sonja Störmer, Inhaberin von Trauer um mein Tier

Trauerbegleiterin Sonja Störmer unterstützt, wenn Hund oder Katze gestorben ist

Wenn du gerade das Gefühl hast, dass niemand deine Trauer wirklich versteht – du bist nicht allein! Ich begleite seit Jahren Menschen auf diesem Weg.



FAQ: Krankschreibung nach Tod von Hund oder Katze


Wie lange darf ich krankgeschrieben sein?

So lange, wie du nachweislich arbeitsunfähig bist – dein Arzt entscheidet das individuell.


Was, wenn mein Chef ablehnend reagiert?

Solange du krankgeschrieben bist, darf dir daraus kein Nachteil entstehen. Bei Mobbing oder Druck: Lass dich arbeitsrechtlich beraten.


Ich arbeite im Homeoffice – zählt das auch?

Ja. Auch im Homeoffice musst du arbeitsfähig sein. Ist das nicht der Fall, gilt die Krankschreibung genauso.


Ich habe Angst, als nicht belastbar zu gelten – was tun?

Viele Menschen kämpfen mit dieser Angst. Doch: Du schützt dich selbst – und das ist Stärke, keine Schwäche.


Gilt das auch, wenn mein Kaninchen, Wellensittich oder Pferd gestorben ist?

Selbstverständlich – entscheidend ist deine psychische Verfassung, nicht die Tierart. 


Wie lange ist es normal, um mein Tier zu trauern?

Es gibt kein richtig oder falsch. Wichtig ist, dass du deiner Trauer Raum gibst. Und dir Unterstützung holst, wenn nötig.


Zur Tiefe deiner Trauer und hilfreichen Bewältigungsstrategien lies auch hier weiter:








Kommentare


Frau hält auf Erinnerungsfoto ihren verstorbenen Hund im Arm als Zeichen der Liebe

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Nimm dir 10 Minuten Zeit, finde einen geschützten Ort und atme tief ein.

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Janine Zed„Sonja hat mir sehr geholfen, meine Gefühle rund um die Trauer besser einordnen zu können und mir Wege gezeigt, insbesondere mit meinen Schuldgefühlen besser umzugehen. Wir hatten direkt einen sehr guten Draht zueinander und ich habe mich jederzeit sehr gut bei ihr aufgehoben gefühlt. Die Sitzungen waren in einer sehr angenehmen Atmosphäre und hatten schon fast einen therapeutischen Charakter. Ich kann Sonja wirklich von Herzen jedem empfehlen und würde bei Bedarf jederzeit wieder eine Sitzung buchen. Die Investition hat sich für mich allemal gelohnt.“
Leonie Are„Nach dem Tod meines Hundes hat mir Sonja sehr weiter geholfen, mit der Lücke im Leben umzugehen, und auch einzuordnen, dass der Verlust eines Haustieres für viele unglaubliche Trauer bedeutet. Das konnte ich auch in der von Sonja angebotenen Trauergruppe feststellen, in der wir als Gruppe von mehreren Betroffenen in einem vertraulichen Raum unsere Trauer teilen, was verbindet und stärkt. Dank ihrer Erfahrungen in der Trauerbegleitung und auch dank ihrer einfühlsamen und professionellen Art fühle ich mich immer sehr verstanden und geborgen. Danke Sonja! :)“
Sarah W.„Ich habe mich in der Online-Trauergruppe von der ersten Sekunde an sehr aufgehoben und wohl gefühlt. Sonja strahlt eine wahnsinnige Ruhe und Empathie aus, die sich direkt auf die Gruppe übertragen hat. Mir hat der Austausch mit anderen Trauernden sehr gut getan und auch wichtige Impulse für die weitere Verarbeitung gebracht. Ich kann sowohl die Gruppe als auch die Einzelsitzungen jeder trauernden Person nur wärmstens empfehlen. Vielen lieben Dank liebe Sonja!“
A. B.„Ich kann Sonja absolut weiterempfehlen. Sie hat mir geholfen, am Ende die richtige Entscheidung für mein Tier zu treffen, da sie sehr objektiv alle Kriterien diesbezüglich mit mir immer wieder durchgegangen ist (Ich habe mit einer Sterbebegleitung begonnen). Ebenso war sie eine große Stütze danach, als es darum ging, die Trauer zu verarbeiten. Beides betrachte ich als sehr wertvoll. Auch deshalb, da man zu den Ärzten noch einmal jemanden hat, der objektiv die Lage zusätzlich bewertet und den Weg klarer macht, sowohl in die Richtung, dass es für den letzten Schritt noch zu früh ist, als auch in diese, dass wohl die Zeit gekommen zu sein scheint. Für mich war es in dieser schweren Zeit essentiell, diese Hilfestellung zu haben, und ich bin sehr dankbar für die Unterstützung, die ich erhielt, sowohl davor als auch danach.“
Andreas Leonhardt-Forberg„Sonja Störmer von Trauer um mein Tier hat eine fast magische Gabe, einen Raum entstehen zu lassen, in dem man sich ihr völlig öffnen kann. Frei von Vorurteilen, Konventionen, fast auch von Schmerz. Gespräche mit ihr sind therapeutischer Art! DANKE!“
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